Zählen, prüfen, rechnen – die Methodik der 21. Sozialerhebung

Powerpoint in den 50ern
1957: Mit der Dampflok zur Uni...

Die 21. Sozialerhebung ist eine logistische Meisterleistung: 17 % der in Deutschland Studierenden – insgesamt rund 400.000 Studis – werden zur Befragung eingeladen. Das sind 4,5-mal so viele wie in der Vorgängerbefragung aus dem Jahr 2012. Die Größe der Stichprobe macht es dabei auch möglich, ausreichend Informationen über die Studien- und Lebenssituation kleinerer Gruppen von Studierenden zu gewinnen. Dazu gehören beispielsweise Stipendiatinnen und Stipendiaten, Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung, Studierende mit Kind oder auch dual und berufsbegleitend Studierende.
Das Fragenprogramm für deutsche und bildungsinländische Studierende kann hier eingesehen und heruntergeladen werden, der Fragebogen für bildungsausländische Studierende hier. Deutsche und bildungsinländische Studierende, die zum Befragungszeitpunkt studienbezogen im Ausland sind, erhalten einen eigenen Fragebogen, der hier zur Verfügung steht.

Was geschieht mit den Daten?

Nach Abschluss der Befragung („Feldphase“), die über mehrere Wochen läuft, beginnt voraussichtlich im August 2016 die Aufbereitung und Auswertung der dann vorliegenden Daten. Das Projektteam des DZHW führt verschiedene Arbeitsschritte durch. Beispielsweise werden die Antworten auf frei formulierte Angaben aus den Freitextfeldern des Fragebogens mit Zahlenwerten codiert, um sie auswertbar zu machen. Anhand logischer Checks wird geprüft, ob die im Fragebogen gegebenen Antworten plausibel sind: Passt zum Beispiel das genannte Alter zu der angegebenen Semesterzahl oder gibt es vielleicht Widersprüche zwischen verschiedenen Antworten? Erst dann können die Auswertungen beginnen und die Befragten zum Beispiel nach bestimmten Kriterien gruppiert werden – etwa nach Geschlecht, Semesterzahl oder Studienfach. Vorher gewichtet das DZHW die gewonnenen Daten mithilfe der amtlichen Hochschulstatistik. So lassen sich mögliche Verzerrungen in Bezug auf regionale oder soziodemografische Merkmale erkennen und rechnerisch ausgleichen. Auf diese Weise wird die Repräsentativität der Sozialerhebung erreicht. Das bedeutet: Die Ergebnisse der Stichprobe bilden die Studien- und Lebenssituationen aller rund 2,8 Millionen Studierenden der Zielgruppe (ohne Studierende im Promotions- oder Fernstudium) nahezu realitätsgetreu ab!

Was geschieht mit den Ergebnissen?

Die Berichterstattung der Sozialerhebung zu den deutschen und bildungsinländischen Studierenden umfasst den Standardbericht, der im Frühsommer 2017 veröffentlicht werden soll. Hinzu kommen weitere Themen- bzw. Fokusgruppenberichte, deren Publikation bis zum Projektende im September 2018 geplant ist, sowie ein Bericht für ausländische Studierende. Zum Projektende wird zusätzlich ein so genanntes Scientific–Use–File (SUF) erstellt. Das ist ein anonymisierter Datensatz, der im Forschungsdatenzentrum (FDZ) des DZHW archiviert wird und nach Abschluss des Projektes interessierten Wissenschaftler(inne)n und Studierenden für wissenschaftliche Sekundärdatenanalysen zur Verfügung steht.