Die Geschichte der Sozialerhebung

Foto von Studenten auf Campus
1952 hatten fast die Hälfte aller Studierenden zwischen 50 und 100 DM zur Verfügung.

„Ein Studium ohne Not“ ermöglichen – so sahen die Studentenwerke ihre Aufgabe seit ihren Anfängen nach dem Ersten Weltkrieg, aber auch in den frühen 1950erJahren, als sie mit der ersten Sozialerhebung begannen. Denn Vertriebene, Spätheimkehrer und Kriegsversehrte bildeten damals beträchtliche Gruppen an deutschen Hochschulen.

Doch um wie viele Menschen und Schicksale ging es da eigentlich genau? Wo musste die Unterstützung für Studierende ansetzen? Erstmalig Aufschluss darüber sollte „Das soziale Bild der Studentenschaft in Westdeutschland und Berlin“ liefern, das Gerhard Kath, Geschäftsführer des Studentenwerks Frankfurt, 1951 vorlegte. Denn in der amtlichen Statistik fehlten diese Informationen noch völlig.

Auch 65 Jahre später ist der Auftrag der Sozialerhebung noch aktuell, selbst wenn sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend gewandelt haben und auch Umfang sowie Technik der Sozialerhebung auf neuen Fundamenten stehen: Aus Papierbögen und Lochkarten wurden Online-Fragebogen und computergestützte Analysen. Aus der Vollbefragung der damals rund 110.000 Studierenden – übrigens 83 Prozent davon Männer – wurde eine repräsentative Stichprobe unter 2,8 Millionen Studierenden, ermittelt über einen Onlinefragebogen.

Einen Überblick über die Geschichte der Sozialerhebung bietet der Fachbeitrag von Elke Middendorff, wissenschaftliche Leiterin der Studie seit 2011: Fachbeitrag als PDF